Neues zur Vectron-Platform

Zehn Jahre nach Vorstellung der Lokomotivplatform Vectron informierte Siemens auf einem virtuellen Kundentag Anfang Dezember 2020 über Neuerungen.

Bei den verkauften Lokomotiven nähert sich der Mobilitätskonzern nun den 1.200 Einheiten: Anfang Dezember konnten 1.172 bestellte E-Vectron für 69 Kunden in den Auftragslisten verbucht werden:

  • 1.014 E-Vectron für 51 Kunden
  • 108 Vectron Dual Mode für fünf Kunden
  • 50 Smartron für 13 Kunden

Die Version Vectron DE wird nach nur neun gebauten Maschinen schon länger nicht mehr weiter verfolgt.

Die Zulassung der Vectron-Platform soll in den kommenden Jahren vor allem Richtung Westen weiter entwickelt werden. Neben den recht frischen Genehmigungen für Belgien und Dänemark sowie verschiedene Grenzbahnhöfe und Personenverkehr auf der VDE 8 soll im kommenden Jahr auch die Zulassung für Güterverkehr auf der VDE 8 folgen. Perspektivisch sollen Vectron-Loks in Spanien, Portugal, Frankreich, Luxemburg sowie dem Eurotunnel (mit ETCS) zum Einsatz kommen können.

Die Lokomotivplatform wird auch in technische Hinsicht weiterentwickelt. Dabei können u.a. genannt werden:

  • Erhöhte Anfahrzugkraft 320 / 350 kN
  • Halbautomatische Bremsprobe
  • Dieselpowermodul und Rangierfunkfernsteuerung
  • Aktiver Dreh-Dämpfer

Neu in Planung sind zudem folgende Projekte:

  • Seitenselektive Türsteuerung (UIC)
  • 230 km/h in DE und AT für AC- und MS-Loks
  • In Italien 195 km/h für Vectron MS statt 160 km/h
  • Batterie Power Modul unter Nutzung von Synergien im Siemens-Konzern

Eine klare Absage wurde Nachfragen bezüglich einer sechsachsigen E-Lok erteilt. Zwar habe Siemens mit der 1999/2000 gelieferten Reihe EG für die Dänische Staatsbahn (DSB) Erfahrungen in diesem Segment, man setze aber heute vor allem auf Leistungssteigerungen bei der Vectron. Projektname: „XLoad“. Durch Optimierung der Regelung sei eine Erhöhung der Anhängelasten um bis zu 20 % bei gleichzeitiger Reduzierung des Radverschleißes möglich.

Kosteneinsparungen ermöglicht zudem die Verlängerung der Wartungsintervalle um 10 % auf 41.250 km. Summiert bedeutet dies die Einsparung von 39 Nachschauen auf 6 Mio. km.

Bei der seit Ende Oktober 2020 mit einer Zulassung für den Betrieb in Deutschland versehenen Vectron Dual Mode (VDM) unterscheidet der Hersteller die Produkte  „Vectron Dual Mode“ (2,4 MW Dieselmotorleistung, 2 MW Radleistung, 160 km/h, 90 t) und „Vectron Dual Mode light“ (2 MW elektrische Leistung am Rad, 950 kW Dieselmotorleistung, 750 kW Radleistung im Dieselmode, 120 km/h, 84 t). Ein von Siemens erstelltes Rechenmodell prognostiziert eine Amortisierung der zusätzlichen Anschaffungskosten durch Einsparungen im Betrieb innerhalb von zehn Jahren.

Nach der Deutschlandzulassung steht zunächst die Einsetzbarkeit in Österreich ab ca. Mitte 2021 im Fokus. Als nächster Schritt soll die Homologation in Tschechien sowie der Slowakei folgen. Dort können die Loks dann unter 25 kV AC laufen, ein Umbau für eine Einsetzbarkeit unter 3 kV DC ist nicht angedacht. Diese Netze sind dann im Dieselbetrieb befahrbar.

Bisher eine reine Güterzuglok soll der Vectron Dual Mode zukünftig auch als Personenzuglok angeboten werden. Optional können Kunden zukünftig eine Rangierfunkfernsteuerung oder ETCS ordern.

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